Thursday, December 16, 2004

Eine Sozialstudie

Vorurteile gibt es viele, Fakten weniger. Ausländische Mädchen und junge Frauen in Deutschland sind weit karrierebewusster, als die gängigen Klischees es behaupten. Eine neue Sozialstudie über das Leben von Migrantentöchtern des Familienministeriums ist gespickt mit Überraschungen. Junge Muslimas haben ehrgeizige und sehr konkrete Berufspläne und zählen zu den "Bildungsaufsteigerinnen". Die muslimischen Eltern unterstützen ihre Töchter dabei. In der aktuellen Debatte wird aber die Lebensweise von Migrantinnen als Integrationshemmnis diskutiert. So werden z. B. ihre religiösen Bindungen oder eine starke Familienorientierung als Ausdruck mangelnden Interesses an Integration, Bildung oder an ihrem Lebensumfeld gedeutet. Dass dies von der Realität und auch von der Selbstwahrnehmung junger Migrantinnen keinesfalls gedeckt ist, zeigt die neue Studie. Erstmalig wurden junge Migrantinnen im Alter von 15 bis 21 Jahren türkischer, griechischer, italienischer, ehemals jugoslawischer Herkunft sowie Aussiedlerinnen in Deutschland repräsentativ und umfassend zu einer Fülle von Themen befragt. Die Studie gibt unter anderem Auskunft über Bedingungen des Aufwachsens junger Migrantinnen, die Bedeutung der Familie, Schule und Ausbildung, Partnerschaft und Religiosität.

Quelle: Islamische Zeitung